Das Glücksdarlehen


Vorab: Ich trinke Kaffee und gelegentlich Wein – und Nein, ich möchte niemanden zum abstinenten Mönch bekehren.

 

Um die Idee besser zu verstehen, übertreiben wir jetzt erst einmal maßlos:



Wann immer ich mich betrunken habe – also, ich meine so maßlos betrunken habe – ist mir eins bewusstgeworden: Ich habe unterm Strich Minus gemacht!

 

Es fühlt sich so an: Ich gehe zur Bank, sagen wir…zur GuF Bank – „Glück und Freude“ Bank. Dort können wir uns auf Knopfdruck etwas leihen: ein paar Stunden Freude! Geliehenes Glück – aber nicht tiefe Zufriedenheit, sondern einen Mix aus Betäubung und Spaß.

 

1000 Einheiten Freude (FREURO) entsprechen vielleicht einer halben Flasche Rum. Die meisten von uns „Selten-Trinker“ sind danach gut druff. Aber am nächsten Tag müssen wir der blöden Bank sofort zurückzahlen – Katerstimmung, Müdigkeit, Lustlosigkeit – sind der Preis. Wir zahlen dabei Zinsen: 1100 FREURO zahlen wir zurück.

 

Auf den ersten Blick ein mieses Geschäft. Tatsächlich zahlen wir bei dieser Bank aber noch weitere Zinsen: Je häufiger wir uns abschießen, desto höher steigen die Zinsen; das System wird belastet, unsere Augenringe werden tiefer, die Leber kämpft und unser Bauch wird dicker. Diese Bank bestraft uns mit einem doppelten Zinssatz – und wir fallen immer wieder darauf rein!

 

Ein wenig beobachte ich diesen Effekt auch bei Kaffee: Ich liebe Kaffee, aber sobald ich die Dosis längere Zeit steigere, zahle ich der Glücks-Bank Zinsen zurück.

 

Bei Kaffee, Süßem, kurze Insulin-Shots halten sich die Zinsen noch im Rahmen. Beim Alk knallt es da schon mehr. Die Dosis und Häufigkeit macht hier das Gift.

 

Wir könnten sogar TV- und PC-Spiel-Konsum hinzupacken. Lange Fernsehen macht Spaß – naja, zunächst lässt es unseren Alltags-Stress vergessen. Aber glücklicher sind wir am nächsten Tag nicht. Nur müder. Dafür leihen wir uns dann einen Mini-Kredit „Kaffee“ am nächsten Morgen.

 

Persönlich habe ich mit Tabletten oder härteren Drogen noch keine Erfahrung gemacht, habe aber aufmerksam bei Bekannten zugehört: Hier scheint die „Glück und Freude“ Bank so richtig unverschämt zu werden! Da kommt es bald gar nicht mehr so sehr auf die Dosis an: Ein Kredit reicht aus, und wir zahlen unser Leben lang Zinsen!

 

Ich glaube, es ist okay, wenn wir mal einen kleinen Kredit in Form von Genuss nehmen. Mal! Gefährlich wird es, wenn wir kein Maß halten – oder der Kredit zur Gewohnheit wird. Zum einen gewöhnen wir uns schnell an den Kick. Zum anderen zahlen wir einen horrenden Preis:

 

Wir zahlen mittelfristig mit unserer Zufriedenheit – und langfristig opfern wir unseren Körper.

 



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Speaker, Trainer und FreiLenker

 

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