Diener der Freiheit


Bevor du neue Gewohnheiten annimmst, denkst du vielleicht: „Gewohnheiten? Öh, ich will frei sein, nicht Sklave meiner Gewohnheiten!“

 

Ich liebe auch Freiheit! Aber ich glaube, dass Gewohnheiten keine Gegenspieler, sondern Unterstützer der Freiheit sind:



1. Wir sind ohnehin Gewohnheits-Tiere: Fast alles, was wir machen, passiert unbewusst. Selten „entscheiden“ wir wirklich. Meist machen wir etwas und biegen uns später die Tat zurecht. Wenn wir ohnehin das Produkt unserer Gewohnheiten sind – dann können wir die Gewohnheiten auch gleich aussuchen, die gut für uns sind. Die wir wollen und brauchen. Das ist wahre Freiheit!

 

2. Einige Gewohnheiten sind Schlüsselgewohnheiten – und diese verdrängen schlechte Angewohnheiten. Nach dem Motto: Je mehr gute Gewohnheiten, desto weniger Raum für schlechte Angewohnheiten. Typische gute Schlüssel-Gewohnheiten sind: Sport, gesunde Nahrung, Meditation.

 

3. Wenn du dich gesünder ernährst, meditierst, visualisierst und kalt duschst, wirst du seltener krank. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du gesund bleibst. Mit Grippe im Bett zu liegen, empfinde ich nicht als frei. Häufiger verletzt zu sein oder einen Hexenschuss zu haben, ist nicht frei. Aufgrund von Stress mehr Fehler zu machen oder seine Mitmenschen unbeherrscht anzumeckern – ist nicht frei. Je mehr kluge Gewohnheiten, desto belastbarer werden wir. So haben wir einfach mehr Ressourcen – mehr Energie und Zeit – für die Dinge, die wir wirklich toll finden.

 

Ist es Freiheit, wenn ich mir jeden Abend eine Flasche Wein genehmige und mir kurz vorher sage: „Das darf ich…das gönne ich mir jetzt!“ Obwohl ich eigentlich fitter werden möchte? Meine Leber schonen mag? Ein paar Kilos abnehmen wollte?

 

Es ist eine Scheinfreiheit. Ich spiele so, als ob ich „entschieden“ hätte. Tatsächlich ist jeden Abend Wein schlürfen eine Angewohnheit geworden. Wenn ich das grundsätzlich entschieden habe, ist das okay. Wenn ich aber eigentlich aufhören wollte, und es mir dann doch erlaube, ist es Verblendung. Ich belüge mich selber. Mal ist das ganz geschickt. Auf Dauer können wir unser Unterbewusstsein und unser Gewissen nicht veräppeln.

 

Der Haken in diesem Beispiel liegt nicht nur auf der körperlichen Seite: Wir programmieren uns. Wir programmieren uns auf „Schwäche“. Ein Glaubenssatz wird zementiert: „Ich bin zu schwach, um…“ – mit dem Wein aufzuhören, mich besser zu ernähren…mit dem Sport durchzuhalten…mehr Zeit für XY zu investieren…

 

Es geht hier nicht darum, auf keinen Fall mehr Wein zu trinken. Es geht um das Bewusstsein und die Ehrlichkeit mit uns selbst. Wenn wir nicht brutal ehrlich sind mit uns, reden wir nur von einer Scheinfreiheit. So begrenzen wir uns selber.

 

Der berühmte Ex-Navy-Seal Jocko Willink brachte es mit seinem Zitat auf den Punkt:

 

Disziplin = Freiheit!

 

Kennst du diese Hundebesitzer, die ihren Hund völlig frei lassen? „Ich erziehe meinen Hund nicht – der darf völlig frei sein.“ Was ist mit so einem Hund? Entweder ist dieser Hund im Zwinger oder an der Leine. Wenn man so einen Hund loslässt, rennt er weg – und kommt auf Zuruf auch nicht wieder. An der Leine zieht er, springt Menschen an und ist unhöflich. Da es dem Hund an Disziplin und Erziehung mangelt, darf er nicht frei herumspielen. Der Hund wird weder glücklich noch frei sein. Nebenbei ist Frauchen / Herrchen auch nicht glücklich mit so einem Hund.

 

Was ist mit einem gut erzogenen Hund, der aufs Wort gehorcht? Du kannst diesen Hund frei im Wald spielen und schnüffeln lassen, denn du weißt ja, dass er wiederkommt.

 

Der Hund steht hier für unser Unterbewusstsein und somit auch für unsere Gewohnheiten. Frauchen bzw. Herrchen steht für unser Bewusstsein. Du willst nicht, dass der Hund entscheidet. Du willst entscheiden! Du willst nicht, dass dein Unterbewusstsein entscheidet, denn dein Unterbewusstsein wird schnell manipuliert: Medien, Werbung, Lehrer… Du willst entscheiden!

 

Der Unterschied zwischen einem Traum und der Realität liegt in der Disziplin: Je größer unsere Disziplin, desto geringer der Unterschied von Traum und Realität. Dies gilt nicht nur auf der beruflichen Ebene. Dieses Prinzip gilt in allen Welten.

 

Die Wörter Disziplin und Gewohnheiten lösen bei vielen Menschen Unwohlsein aus. Vielleicht liegt das an der Schule oder an der Erziehung – wer weiß. Wir sollten diese Kräfte als unsere Freunde ansehen. Denn das sind sie: Diener unserer Freiheit!

 



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