Setze die richtige Brille auf!

Interpretiere die Erfahrungen klug


Sobald wir keinen Einfluss mehr auf unsere Außenwelt haben, gibt es nur noch eine kluge Strategie: Die richtige Brille aufzusetzen!

 

Wir gehen mit einer gelassenen Einstellung an die Herausforderung heran. Jeden Tag bekommen wir genügend Gelegenheiten zum Üben… und das Aufsetzen der richtigen Brille erfordert hartes und kontinuierliches Training!



Wie bzw. was sollten wir denken, wenn es plötzlich regnet, obwohl wir uns auf Sonne gefreut hatten? „Kein Problem, das Wetter können wir eh nicht ändern. Endlich können wir die schicke Regenjacke anziehen!“

 

Es bringt uns doch nichts, sich über Dinge zu ärgern, die wir nicht beeinflussen können. Auch unsere Mitmenschen haben keinen Nutzen davon, wenn wir uns über das Wetter beschweren und eine schlechte Laune bekommen bzw. verbreiten. Im Gegenteil: Wir ziehen unsere Mitmenschen mit herunter.

 

Wir haben null Einfluss auf den Regen, aber 100% Einfluss auf die Interpretation des Reizes.

Die meisten Kinder ärgern sich zunächst nicht über Regen. Sie ärgern sich erst darüber, wenn wir Erwachsenen es ihnen beibringen (bzw. vormachen). Mein Vater hat erst neulich einen Test mit seinen Enkelkindern gemacht: Wann immer es anfing zu regnen, meinte er:

 

„Super, es regnet! Lasst uns Stiefel und Regensachen anziehen und wir gehen zur Halde (Naherholungsgebiet in der Nähe meiner Eltern)!“

So wie Pawlow die Hunde konditionierte, so verstärkte er ein Verhalten bzw. eine Reaktion auf einen Reiz von außen (hier der Regen). Es dauerte keine zwei Wochen, und die erste Enkelin freute sich über den Regen. Und das war keine Show, dem Opa zu Liebe – sie freute sich wirklich! „Juhu! Opa, lass uns los zur Halde gehen!“

 

Kinder lassen sich sehr leicht beeinflussen. Wir Erwachsenen sind da wesentlich vorsichtiger und kritischer (was nicht immer schlecht ist). Aber auch wir können uns umprogrammieren. Die Frage ist nicht, ob es funktioniert. Die Frage ist nur, welches Verhalten für uns und unsere Mitmenschen klüger ist.

 

Wir können auf Kommando sauer werden, und dazu brauchen wir nicht viel. Später können wir darüber lachen. Wer soll uns daran hindern, nicht sofort zu lachen? Wenn wir auf Kommando stinkig werden können, können wir dann nicht kontrollieren, ob wir Freude empfinden oder nicht?



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Kommentare: 2
  • #1

    Hermann (Donnerstag, 09 März 2017 10:48)

    Hallo Heiko.

    Dazu fällt mir die Geschichte ein, als wir mit unserem Patenkind am Strand waren und es anfing zu regnen. Meine Frau und ich haben lange Gesichter gezogen, doch die Kleine hat nur gesagt "Super, dann müssen wir nicht so viel Wasser für unseren Burggraben ran schleppen".

    Vielleicht passt auch dieser Beitrag aus einem anderen Blog ganz gut (gekürzt) ...

    "Aber jetzt kommt das Schönste. Jetzt kommt ein genialer Trick. Ein wirklicher Farbtupfer:
    Um entspannter zu werden, habe ich mir im Alltag angewöhnt, mich jedes Mal zu entspannen und zu lächeln, wenn ich jemanden sehe, der gestresst wirkt oder ernst/böse guckt. Sie glauben gar nicht, wie entspannt ich mittlerweile bin.
    Eine Shopping-Tour mit meiner Frau ist mittlerweile sehr entspannend, da wir in der Fußgängerzone so vielen gestressten und mürrischen Leuten begegnen. Genial. Schaffen Sie sich Reflexe. Das wäre so einer: Sie gucken in ein ernstes Gesicht und entspannen automatisch. Lächeln innerlich. Das isses.

    https://www.strunz.com/de/news/farbtupfer-und-geniale-tricks.html

    Gruß

  • #2

    Heiko (Donnerstag, 09 März 2017 14:52)

    Hey Hermann,

    klasse! Mit der Gewohnheit werden ich jetzt beginnen. An gestressten Leuten haben wir keinen Mangel.

    Vielen Dank!

    LG
    Heiko