Wie meditierst Du genau?

Nimm Deinen Atem wahr - sonst nichts!


Gehen wir einmal genauer auf die Merkmale ein:

 

Erstens: Fokussiere Dich auf einen Anker. Der Klassiker ist der Fokus auf Deinen Atem. Atmen musst Du sowieso - und kostet Dich nichts! Mit diesem Anker kannst Du sehr gut beginnen.



Du willst aber den Atem weder lenken noch kontrollieren - Du beobachtest nur. Es dreht sich nur um die Wahrnehmung: Das Gefühl des Ein- und Ausströmens der Luft durch die Nasenlöcher (sofern Du gerade keinen Schnupfen hast…und keine Allergien), sowie das Heben und Senken Deiner Bauchdecke.

 

Du kannst aber auch einen anderen Anker wählen: In den Seminaren beginne ich meist mit der Wahrnehmung der Außengeräusche. Es gibt immer etwas, was wir hören können - und wenn es nur ein Rauschen des Tinnitus ist. Geräusche wahrzunehmen fällt den „Anfängern“ auch viel leichter.

 

Danach achten wir meist auf unsere Hände oder andere Körperpartien. Die Teilnehmer werden dann recht schnell ruhiger und lassen sich auf die Achtsamkeit auf den Atem ein. Ich achte darauf, dass wir das nur wenige Minuten machen.

Theoretisch kannst Du eine eigene Meditations-Form erfinden. Du wählst zunächst einen Anker aus: Z.B. eine Kerze, Deinen Pulsschlag, ein tropfender Wasserhahn…. und nimmst diesen Anker dann bewusst wahr. Wichtig dabei ist: Der Anker liefert Dir stumpfe Informationen; Anker sind ziemlich langweilig.

 

Nein, eine Play-Station oder TV-Meditation kannst Du nicht als Anker verwenden! Es gibt hier einfach zu viele Reize und Du würdest „von allein“ aufmerksam bleiben. Wir wollen beim Meditieren keine tollen neuen Infos bekommen. Wir möchten auch nichts „Tun“. Wir sitzen (oder liegen) nur und nehmen etwas Einfaches wahr.

 

Dann wird sehr wahrscheinlich etwas passieren: Du fängst an zu denken bzw. zu träumen. Vielleicht fühlst Du auch nur Unwohlsein, Ungeduld oder etwas anderes. Wundere Dich nicht, beurteile Deine Gefühle oder Gedanken auch nicht. Das ist normal und Teil des Spiels. Nimm einfach nur die Rolle des neutralen Beobachters ein. 

 

Ein Bild kann Dir da helfen: Wenn Du meditierst, gleicht Dein Geist einer geduldigen Großmutter. Großmütter sind klar und manchmal auch streng, aber mit ihren Enkeln bleiben sie gütig und gelassen.

Jetzt kommt das Entscheidende bei der Meditation: Sobald Dir bewusst wird, dass Du denkst bzw. fühlst, lässt Du diese Gedanken einfach los. Es ist recht frech, hier „einfach“ zu schreiben, weil wir das „Loslassen“ überhaupt nicht einfach finden.

 

Einigen hilft es, sich die eigenen Gedanken als Wolken vorzustellen – um sie dann weiterziehen zu lassen. Andere stellen sich Wildpferde vor und steigen von diesen Pferden wieder ab.

Lass die Gedanken weiterziehen

Was mir hilft: Sobald ich anfange zu denken, sage ich mir: „Ach, interessant“ – und beobachte kurz den Gedanken. Dann kehre ich

auf meine eigentliche „Aufgabe“ zurück. Dabei habe ich die Gewissheit, dass diese Gedanken ohnehin wiederkommen und jetzt gerade nicht besonders wichtig sind.

Wir sind mehr als unsere Gedanken...



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