Lobe Dich nach dem Zähneputzen!

Der Hauptnutzen einer gut getimten Bestärkung:


Wenn Du oft genug eine Tätigkeit wiederholt hast, bekommst Du die positive Bestärkung nicht mehr am Ende. Dein Gehirn lernt, die

Bestärkung schon mit dem Auslöser zu vernetzen - und die Freude vorwegzunehmen.

 

Es fühlt sich so an, als bekämst Du mit dem Auslöser-Reiz die Belohnung. „Ich putze mir noch die Zähne,ich habe so einen Belag darauf.“ Dies heißt übersetzt: "Ich freue mich schon unterbewusst auf das frische, saubere Gefühl im Mund!"



Die meisten Menschen glauben, wir putzen regelmäßig unsere Zähne, weil wir vernünftig sind. Vielleicht aus Angst vor dem Zahnarzt oder der Sorge vor den Kosten eines Zahnersatzes. Wir glauben, es sei klug, die Zähne zu putzen und weil wir vorausschauend denken, bleiben wir fleißig am Ball.

 

Pustekuchen! Lösche diese Gedanken! Bei den wenigsten würde dieses Denken wirklich ausreichen. Wenn wir alle so klug im voraus denken und entscheiden könnten, würde die Mehrheit der Deutschen regelmäßig Spazieren gehen, mehr Spinat essen, Meditieren und viele andere kluge Gewohnheiten pflegen. Wir wissen doch, was gut für uns ist. Das hinderte den Menschen noch nie daran, sich für Cola und Burger zu entscheiden.

 

In den 30er Jahren war Zähneputzen für die meisten Weltbürger noch kein tägliches Ritual. Der Zuckeranteil der Nahrung stieg und Forscher entdeckten den Zusammenhang zwischen Zahn-Erkrankungen, der Ernährung und der Zahnpflege. Aber die Kampagnen der Gesundheitsbehörden schafften es nicht, Zähneputzen für die breite Masse schmackhaft zu machen.

 

Gerade einmal 7% der Amerikaner putzen ihre Zähne; bis eine geschickte Marketing Kampagne des Herstellers Pepsodent dies änderte.

Ein Jahrzehnt nach der Werbekampagne von Pepsodent stieg dieser

Anteil auf 65% (siehe Peter Miskell, Innovation and Marketing of Toothpaste Brands in the US and Western Europe).

Die Bevölkerung wusste schon vor der Kampagne, welche Vorteile das tägliche Putzen hatte. Doch erst als die Zahnpasta-Hersteller

verstanden hatten, wie unser Gehirn bzw. unser Belohnungs-System funktioniert, fingen die Massen an zu putzen. Die „User“ putzten regelmäßig, weil sie das frische, prickelnde Gefühl im Mund mochten. Die Zahnpasta musste gut riechen, schmecken und toll aussehen. Um wirklich sauber zu machen und Bakterien zu töten, bräuchte die Zahnpasta diese Zusatznutzen nicht - aber wir glauben, dass es so sein sollte.

 

Wir lieben dieses Gefühl. Eine geschmacksneutrale oder gar bräunliche Zahnpasta hätte keine Chance auf dem Markt - selbst wenn 100 Studien belegen würden, dass diese die gesündeste und beste Zahnpasta sei.

 

Wenn ich müde bin, denke ich nicht an die Folgen des nächsten Zahnarzt-Termins - und trotzdem putze ich wie ein Wilder. Die Belohnung bzw. die Bestrafung reicht nicht aus, um wirklich Gewohnheiten anzunehmen. Viel effektiver ist das richtige Timing und das Verständnis der positiven Bestärkung. Und diese sollte für uns direkt mit der Handlung verknüpft sein - nicht sechs Monate später.

 

Wenn wir mal ganz ehrlich zu uns sind: soooo großartig ist das Gefühl von sauberen Zähne auch wieder nicht. Da gibt es schon Freuden, die viel verführerischer sind. Denke nur einmal an eines unserer stärksten Belohnungs-…äh…Bestärkungs-Systeme: Essen und

Trinken.

 

Damit geht es morgen weiter...




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