Sleepy, Kluge Gewohnheiten - 6. Teil

Warum gute Gewohnheiten auch wieder einschlafen können


Stellen wir uns eine andere empfindliche Kette vor. Sagen wir, Lasse hätte seit 5 Jahren folgende Gewohnheit entwickelt:

 

Er steht morgens um 6.00 Uhr auf, bereitet sich vor, zieht seine Sportschuhe an, geht hinaus und fängt mit dem Joggen an. Lasse läuft jeden Tag, außer am Wochenende. Dort hat er andere Gewohnheiten (ausschlafen, Brötchen holen…).



Gewohnheits-Schleifen können leider auch reißen

Wenn jetzt Lasse z.B. Vater wird, könnte die Kette reißen. Morgens möchte er jetzt etwas Zeit mit dem Baby verbringen oder seine Frau

unterstützen. Er wird nicht so leichter das Joggen einfach auf den Abend oder das Wochenende verschieben.

Eine jahrelange Gewohnheit kann plötzlich verschwinden.

 

Wir brauchen eigentlich gar nicht so einschneidende Erlebnisse wie einen Familien-Nachwuchs. Schon kleine Ereignisse, wie kaputte

Jogging-Schuhe, könnten seine Kette zum Reißen bringen.

 

Wenn Lasse umzieht und der Anfang der neuen Jogging-Strecke an einer starkbefahrenen Straße liegt, kann auch diese Veränderung eine alte Routine zum Einschlafen bringen.

 

Wir brauchen für eine Gewohnheit:

  • einen Auslöser
  • einen klaren Ablauf (der fast immer konstant bleibt)
  • und eine Belohnung.

Wird der Auslöser bzw. der Ablauf von außen gestört, kann die Routine ausfallen.

 

Beleuchten wir noch einmal eine so sichere und einfache Gewohnheit wie das Zähneputzen. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass hierbei auch nur einmal die Kette reißen könnte. Aber auch hier gibt es ein Risiko, dass die Routine zumindest einmal gestört werden könnte.

 

Vielleicht kennst Du das:

Du bist im Urlaub, auf einer Reise oder auf einem Festival und auf einmal erscheint dir Zähneputzen als riesige Aufgabe.

 

Hier haben sich die äußeren Umstände geändert und somit auch der Auslöser. Die eigentliche Routine und die Belohnung bleiben gleich. Aber vielleicht musst Du jetzt das Bad mit anderen Leuten teilen, die Waschbecken sind Dir zu unhygienisch oder Du hast etwas mehr Wein getrunken, bleibst lange auf und hast das Zähneputzen auf einmal „vergessen“.

 

Ein Bekannter verriet mir einmal, dass er morgens keine Zeit zum Zähneputzen hätte. Abends trinke er Wein und er möchte den schönen Geschmack nicht „wegputzen“. Obwohl er unheimlich Angst vor dem Zahnarzt hatte, dauert es eine Weile, bis er endlich wieder das Zähneputzen in seine Alltags-Rituale aufnahm. Eine "vernünftige" Einstellung reicht überhaupt nicht aus, um eine Tätigkeit sicher auf Dauer auszuführen.

 

Diese Beispiele sollen Dich nur warnen. Auch wenn Du es schaffen wirst, neue, kluge Mini-Gewohnheiten zu etablieren, sei Dir bewusst,

sie können plötzlich verschwinden. Jetzt weißt Du, warum sie gestört werden könnten und wie Du wieder auf Deinen ursprünglichen Pfad zurückkommst:

  • Finde wieder einen Auslöser-Reiz!
  • Sorge dafür, dass die Gewohnheits-Kette nicht gestört wird!


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Kommentare: 2
  • #1

    ShaTha (Mittwoch, 01 Februar 2017 11:15)

    Cool. Vielen Dank!

  • #2

    Caro (Mittwoch, 01 Februar 2017 14:42)

    Wie immer ein schöner informativer Beitrag. Weiter so bitte :-)