Denken bei der Meditation ist völlig normal - wie Allergien

Du setzt Dich einfach hin und machst nichts - das klärt den unruhigen Geist


Kommen wir zum schwierigsten Teil. Viele von uns meditieren am Anfang etwa so:



„Einatmen…ausatmen…Pause…Einatmen…ah, ich muss gleich die Wäsche noch hochholen…das hätte ich auch vorher machen können…MIST! Ich denke! Ich bin so ein Honk! Nicht einmal Nichts-Tun kann ich!...Fokus, Baby, FOKUS!!!...Einatm…Ich verschwende gerade meine Zeit! Ich könnte stattdessen noch was schaffen…oder etwas Schönes machen!...Wobei ich mir letzteres noch nicht verdient habe…Moment! Ich wollte doch meditieren! Warum?...“

usw.

 

Falls Dir das so ähnlich passieren sollte: Kein Ding! Das ist so normal…wie Allergien. Das gehört einfach dazu, wenn Du ein moderner Mensch bist. Die Lösung: Lass die Gedanken zu und bewerte sie nicht. Distanziere Dich von den Gedanken. Wir sind nicht unsere Gedanken! Wir sind nicht unsere Gefühle!

 

Wenn Du sie doch beurteilen solltest: Auch das vergeht, lächle darüber und kehre wieder zum Atem zurück. Freue Dich: Juhu! Du hast eine Wiederholung geschafft und Deinen Geist-Bizeps trainiert! Mach einfach weiter. Es wird nach einigen Wochen immer besser.

 

Prinzipien Achtsamkeit:

Solange Du achtsam bist, ist alles erlaubt. Wenn Du zum Beispiel spürst, wie Deine Nase juckt, dann

  1. Atme erst dreimal tief durch.
  2. Achte bewusst auf den Juckreiz.
  3. Achte danach auf Deine Absicht, zu kratzen.
  4. Du nimmst die Bewegung Deiner Finger wahr.
  5. Schließlich spürst Du das Kratzen im Gesicht.

Es geht also nicht um Unterdrückung eines Reizes. Hauptfokus ist die Wahrnehmung. Du stärkst Deine Kontrolle, wenn Du erst dreimal tief durchatmest, bevor Du dem Impuls zu kratzen nachgibst. Der Raum

zwischen Reiz und Reaktion vergrößert sich – ein Link zum 2-Minute-Video.

 

Deine Reaktions-Flexibilität wird besser. Und dieser Vorteil bringt Dir eine Menge bei einem stressigen Tag! Tessa Watts, Buch Mindful London: How to Find Calm and Contentment in the Chaos of the City:

„Wir brauchen in der Stadt an der Fußgängerampel nicht ungeduldig auf das grüne Männchen zu warten, sondern können dem roten Männchen dankbar sein, dass es uns eine Chance gibt, innezuhalten, durchzuatmen und uns umzuschauen. So können wir im Alltag Achtsamkeit üben.“

 

Was ist, wenn ich nicht loslassen kann? Wir erzwingen das Loslassen nicht. Manchmal sind unsere Gedanken so aufgewühlt, dass es einfach nicht klappt. Kein Problem! Das Loslassen ist eher ein Angebot. Wenn es gelingt: Prima! Wenn nicht, auch okay.

 

Wir versuchen immer wieder zurück auf unseren Anker zu kommen. Alternativ beobachten wir unsere Gedanken. Wir zoomen mit der Kamera

aus uns heraus. Dabei beurteilen wir nicht unsere Gedanken und Gefühle. Wir bleiben ein neutraler Beobachter und finden erst einmal alles spannend. Dann bieten wir wieder den Gedanken an, loszulassen bzw. einfach weiterzuziehen. Wir kehren wieder auf unseren Atem zurück.

 

Vielleicht hattest Du Dir vorher auch einen anderen Anker ausgesucht. Wenn Dich dabei Deine Gedanken ablenken, kehrst Du sanft mit Deiner Achtsamkeit auf den Anker zurück – auf die Yoga-Übung, die Kerze oder

Dein Abwasch-Ritual.

Studien, Beweise und weitere Vorteile der Achtsamkeit

Folgende Studien könnten Dich motivieren, tatsächlich mit dem Meditieren zu beginnen:

  • Studie der Wissenschaftlerin Julie Brefczynski-Lewis: „Je größer die Meditations-Erfahrung des Teilnehmers der Studie, desto schwächer die Aktivierung seiner Amygdala. Die Amygdala prüft ununterbrochen alles, auf mögliche Bedrohungen für unser Überleben.“ (Quelle: Search Inside Yourself, Chade-Meng Tan)
  • Eine Studie im Auftrag des britischen National Institutes of Health zeigte einen
    • Rückgang der Sterblichkeit um 23 % bei Meditierenden gegenüber Nicht-Meditierenden,
    • bei Todesfällen wegen Herzkranzgefäßstörungen einen Rückgang um 30 %
    • und einen signifikanten Rückgang bei der Krebssterblichkeit. (Quelle: Arianna Huffington – Die Neuerfindung des Erfolgs)
  • Forscher am Massachusetts General Hospital und an der Harvard Medical School konnten zeigen, dass Meditations- und Atem-Übungen:
    • tatsächlich Gene anschaltete, die in Zusammenhang stehen mit:
      • der Stärkung des Immunsystems
      • der Entzündungshemmung
      • und der Bekämpfung einer Reihe chronischer Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes
  • Weitere Belege:
    • weniger Angst nach acht Wochen Achtsamkeits-Training
    • Produktion von mehr Anti-Körpern gegen einen Impfstoff: Stärkeres Immunsystem (beides aus einer Studie von Richard Davidson)
    • Heilung von Schuppenflechte (Studie von Jon Kabat-Zinn)

Weitere Nutzen von Achtsamkeit und Meditation:

Wenn wir achtsamer werden, verbessert sich auch unsere Fähigkeit zu kommunizieren. Wir können unseren Freunden oder Kollegen wirklich zuhören. Unsere Empathie und unsere emotionale Intelligenz verbessern sich. Somit wächst unser Verbundenheits-Gefühl.

Kommunikation ist nebenbei DER Erfolgs-Faktor; nicht nur im geschäftlichen, sondern auch im privaten Bereich. Mit Meditation trainieren wir unsere Fähigkeit, achtsam zu sein. Dafür bekommen wir eine starke Taschenlampe: Es ist toll, sie zu besitzen. Vor allem hilft sie uns, in die dunkelsten Räume unseres Geistes zu blicken.

 

Mit einem Bild können wir den Ablauf der Meditation zusammenfassen: 

Na, hast Du Lust bekommen? Zwei Minuten pro Tag kannst

Du sicher schaffen!



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