Komfort-Zone: 2. Teil

Komfort-Zone = Komm-vor-Zone

Manchmal lesen wir auch von der „Komm-Vor-Zone“. Damit wird die Aufforderung betont, hervorzukommen.

 

Schauen wir uns einmal die Abbildung oben an.

 

Das grüne X steht für eine Handlung, die innerhalb unserer Komfort-Zone liegt. In diesem grünen Bereich fühlen wir uns wohl und sicher. Sobald etwas außerhalb unserer Komfort-Zone liegt, reagieren wir mit Schmerz, Angst, Wut oder einfach nur Unwohlsein.


Wir könnten für das rote X unser Beispiel des Teilnehmers mit den beiden Händen in den Taschen nehmen. Er fühlte sich während eines Vortrages wohl, wenn er am Tisch lehnen konnte und seine beiden Hände in den Taschen steckten. Empfehlen wir ihm jetzt, eine Hand herauszunehmen und mit dieser Hand seinen Vortrag mit Hilfe von Gesten zu unterstützen, wird er sich zunächst unwohl fühlen. Am liebsten möchte seine Hand wieder zurück in die Tasche.


Der Vortragende war ein erfahrener Lehrender, der 20 Jahre lang Erwachsene ausgebildet hatte. Egal, wie erfahren wir sind, unsere Komfort-Zone kann trotzdem recht klein erscheinen. Wenn der mit Gesten Sparende aber dem unangenehmen Gefühl widerstehen kann und fleißig weiter übt, wird die gestikulierende Hand irgendwann normal für ihn werden. Die Hand kann dann unbewusst mit Gesten das Gesagte unterstreichen. Das neue Muster wird Teil der Komfort-Zone. Seine Komfort-Zone dehnt sich aus.


Unser Ziel ist es, die Komfort-Zone zu vergrößern

Übrigens hatte der Teilnehmer damals unseren Verbesserungs-Vorschlag angenommen. Er entschied, seine Komfort-Zone bewusst zu verlassen und schon sein nächster Vortrag wirkte dynamischer. Durch den Einsatz der Gestik veränderte sich „nebenbei“ auch noch seine Stimme (er betonte deutlicher die wichtigen Wörter). Die Veränderung eines Aspektes einer Tätigkeit zieht häufig weitere, unerwartete Verbesserungen mit sich.

 

Anfänglich passiert dies leider oft auch andersherum. Wir probieren etwas Neues aus und verlassen unser gewohntes Terrain und plötzlich funktionieren routinierte Abläufe nicht mehr so gut. Dies passiert nur am Anfang und ist kein Indiz dafür, dass Du auf dem falschen Weg bist.

 


Tatsächlich haben wir hunderte Komfort-Zonen

Ein Fußball-Profi hat eine riesige Komfort-Zone, wenn es um körperliche Anstrengung geht. Das heißt noch lange nicht, dass es ihm leichtfällt, freie Reden zu halten.

 

Wichtig für uns ist: Unsere Komfort-Zone ist wandelbar. Je häufiger wir unsere Komm-Vor-Zone verlassen, desto größer wird sie und desto angenehmer und natürlicher werden unsere Handlungen in Zukunft.


Leider wird sie aber auch von allein kleiner, vor allem, wenn wir nicht üben. Somit können uns immer mehr Dinge des Alltages stressen. Paradoxerweise möchten wir möglichst selten Unangenehmes empfinden und glauben, dass wir uns durch das Vermeiden unangenehmer Handlungen schützen. Kurzfristig mag das funktionieren, auf lange Sicht schrumpft unsere Komfort-Zone zusammen. Somit ernten wir genau das, was wir versucht haben, zu vermeiden.

 

Einige Mitbewohner dieses Planeten beschweren sich bei 22 Grad („Es ist viel zu heiß!“), aber auch schon bei 20 Grad („Mir ist das zu frisch.“).

 

Die Komfort-Zone ist so klein geworden, dass jegliche Veränderung zu Unwohlsein führt.

 

Lösungs-Vorschlag:

 

Verlasse bewusst immer wieder mal Deine Komfort-Zone!


Diese Einstellung ist der Schlüssel zum Wachstum und zur Weiterentwicklung.

 

Auf Dauer gewinnen wir mit dieser Strategie an Lebensqualität. Vor allem, wenn wir entscheiden, uns bewusst einen Reiz zu setzen, um zu „trainieren“. Dann kann das Verlassen der Komm-Vor-Zone ein Spiel für uns werden…

Morgen beginnt die Reihe über die Macht der Gewohnheiten...

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Nicole (Donnerstag, 26 Januar 2017 23:10)

    Lieber Heiko,
    Ich verlasse mal kurz meine Komfortzone und schreibe ein kleines Dankeschön an dieser Stelle! Deine Beiträge finde ich super, klug und bereichernd! Ich kann vieles davon annehmen und sogar umsetzten! Mach bitte weiter, freue mich sehr mehr von dir zu lesen und Stoff zum Nachdenken zu bekommen!!! Herzliche Grüße Nicole

  • #2

    Heiko (Freitag, 27 Januar 2017 06:45)

    Hey Nicole,

    Klasse, dass du das mit der Komfort-Zone gleich umsetzt!

    Danke für deine Rückmeldung! Motiviert mich sehr!

    LG
    Heiko

  • #3

    Ulrike (Montag, 30 Januar 2017 11:56)

    nur durch Zufall bin ich auf deinen Blog gestoßen. Eigentlich verbringe ich so wenig Zeit, wie möglich am PC. Wegen deinem Blog verlasse ich meine Komfort-Zone. Sonst könnt ich ihn nicht lesen ;-)