Entscheidend ist der Moment

Willst Du etwas Neues lernen?

Dann ist der Moment der Bestärkung entscheidend...



Was wir vom Hunde-Training lernen können:

Wir korrigieren den Hund gleich, wenn er vorhat, ein Kaninchen zu jagen - und stoppen ihn in dem Moment, wenn er auch nur daran denkt.

 

Viele Hundebesitzer warten aber darauf, bis der Hund einen „Fehler“ macht. Der Hund jagt das Kaninchen und wird später dafür bestraft. Es fühlt sich für uns gerechter an, da wir dem Hund eine Chance gegeben haben. Dem Hunde-Hirn ist das aber Schnuppe!

Effektiver ist es: Wir ersticken die aufkeimende Flamme, bevor sie zu einem Flächenbrand wird. Wenn der Hund also das Kaninchen fixiert und die Körperspannung zunimmt, bestärken wir sofort.

 

In diesem Fall bestärken wir negativ, da das Verhalten unerwünscht ist.

Zum Beispiel mit Hilfe eines streng und dominant betontem „NEIN!“; wir brechen also negative Muster bei der Entstehung.

Langfristig noch besser als die Korrektur gelingt positive Bestärkung. Der Hund bekommt ein Leckerchen oder ein Lob, sobald er das tut, was wir uns wünschen. Schaut er z.B. zum Kaninchen, schnüffelt kurz und beachtet es dann nicht mehr, bestärken wir dieses Verhalten sofort.

 

Besonders erfolgreiche Hundetrainer wollen nicht, dass der Hund entscheidet. Das Frauchen bzw. das Herrchen soll entscheiden. Überlassen wir dem Hund die Wahl, wird sein triebhaftes und oft unerwünschtes Verhalten gewinnen.

 

Was hat das mit uns zu tun?

Lassen wir unserem Unterbewusstsein die Entscheidung, gewinnen Pizza und Glotze.

Ja, ja, wir werden immer fülliger...

Vielleicht liegt hier sogar der Hauptgrund, warum wir Europäer immer kräftiger werden: Die WHO prognostiziert für das Jahr 2030, dass die Hälfte aller Deutschen Frauen und zwei Drittel der Deutschen Männer übergewichtig sein werden; jeder vierte Mann würde dann sogar als fettleibig eingestuft.

 

Ziel der Unternehmen ist es nicht, uns möglichst fit und gesund zu ernähren - Ziel ist Gewinnmaximierung. Wir sollen kaufen; wir sollen Gewohnheiten annehmen und „süchtig“ nach den jeweiligen Produkten werden. Und dafür enthalten industriell verarbeitete Produkte:

  • viel Zucker
  • Transfettsäuren (lecker, aber leider krebserregend)
  • Salz
  • und viele andere Geschmacks-Bomben.

Zusätzlich versprechen uns die Produkt-Hüllen ein tolles Gefühl - durch pfiffiges Marketing.

 

Haben wir einmal davon gekostet, erinnert sich unser Gehirn an die tolle Belohnung. Dann brauchen wir nur noch einen Auslöser-Reiz, wie eine hübsche Verpackung oder ein Gefühl: „Ich bin so gestresst, ich brauche einen Kick“ - und wir greifen roboterartig zu.

 

Wir bilden uns nachher ein, dass wir entschieden hätten. Wir betonen unsere Freiheit, uns einfach „mal was zu gönnen“.

 

„Das habe ich jetzt wirklich gebraucht!“

 

Aber im müden oder gestressten Zustand sind wir nicht

frei. Unser Unterbewusstsein und unsere Gewohnheiten entscheiden.

Wofür sich unser Unterbewusstsein entscheidet, wurde einprogrammiert: Von unseren Eltern, Lehrern, der Werbung etc.

 

Lust auf eine Mini-Aufgabe für heute?

  • Beobachte Dein Verhalten, wenn Du etwas bestellst, einkaufst oder isst. Wer hat wirklich entschieden?
  • Was passierte via Auto-Pilot?


 

 


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